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Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.

Mat. 11,28


Jesus sagt: “Kommet zu mir, - nicht zu jemand anders, sondern zu mir.” Er sagt auch nicht: “Hört eine Predigt über mich,” sondern er sagt: “Kommet zu mir. Kommet zu mir, gleich und ohne Vermittler.” Ja, kommt gleich zu Jesus, kommt zu Jesus selbst. Ihr braucht einen Vermittler zwischen Gott und euch, aber ihr braucht keinen Mittler zwischen euch und Christus. Jesus Christus ist der Mittler zwischen euch und dem Vater; ihr braucht niemanden, der zwischen euch und Christus steht. Zu ihm dürfen wir unmittelbar und mit unverhülltem Angesicht aufschauen, so sündhaft wir auch sein mögen. Erquickung und Herzensfrieden ist mehr wert als alles Gold. Friede zu haben, dar die Seele nicht mehr hin- und hergeworfen wird; sich sicher, fröhlich, glücklich zu fühlen, das ist besser als alle Schätze der Welt. Eines Menschen Leben besteht nicht darin, daß er die Fülle aller Güter hat; mancher Arme ist glücklicher als der Besitzer großen Gutes, denn nicht Reichtum, sondern Genügsamkeit gibt Frieden.


Das Kräutlein Seelenfrieden wächst oft in einem kleinen Garten; glücklich, wer es immer am Herzen trägt. Denn dieses Gut,. das Jesu allen verheißt, die zu ihm kommen, leuchtet heller als Perlen und Edelsteine. Unser Herr Jesus kann allen Mühseligen und Beladenen Ruhe geben. Er verheißt nicht mehr als er leisten kann. Du magst noch so schwarz und greulich aussehen - er kann dich befreien, er kann es und er will es, zweifle nicht daran.


Kommet zu mir, sagt er, und ich will euch Erquickung geben. Das ist das Evangelium. Du sagst: “Herr, ich kann dir nichts geben.” Er verlangt auch nichts. Er gibt. Nicht was du Gott gibst, sondern was er dir gibt, dient zu deiner Seligkeit. So komm doch und nimm; Gottes Gabe liegt offen vor dir. Wenn du auch als Jesu Jünger ihm dein ganzes Leben dientest, du machst ihn dadurch nicht reicher. Er ist für dich gestorben, kannst du ihm daß jemals vergelten? Er lebt im Himmel und bittet für dich und liebt dich; kannst du ihn dafür belohnen? Unsere Hoffnung liegt nicht in dem, was wir ihm etwa geben könnten, sondern in dem, was er uns gibt. Es kommt für uns alle ein Tag, wo wir uns nach Ruhe und Erquickung sehnen. Wir brauchen sie auch jetzt schon notwendig, und ohne sie führen wir ein trostloses Leben. Wenn wir auch haben, was unser Herz wünscht, fühlen wir doch, daß wir nicht glücklich wären ohne unseren Heiland. Wir alle müssen sterben, und was dann? Ein junger Mann sagte zu seinem Vater: “Es geht mir jetzt ausgezeichnet in meinem Geschäft; wenn es so weiter geht, wohin führt das schließlich?” “Ins Grab,” antwortete der Vater. Ja, so ist es. Alles Irdische endet hier auf Erden. Wären wir doch immer bereit zum Sterben! Wer recht zum Leben bereit ist, der ist auch bereit zum Sterben. Der Tod brauchte keinen plötzlichen Ruck in unsrem Dasein zu machen, das Leben sollte dahinfließen wie ein Strom, der ganz von selbst endlich ins Meer einmündet; aber das ist nur möglich, wenn es in dem rechten Bette dahinfließt. Wenn wir jetzt auf dem rechten Wege sind, auf dem Weg des Glaubens, der Liebe, der Gottesfurcht, und auf dem Weg beharren, so wird Jesus am letzten Gerichtstage wieder zu uns sagen: “Kommet her; kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, und ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt.”


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